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Fachantiquariat für Geschichte und Theorie der Psychoanalyse

Reading Freud's Readings

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1. Freud, Sigmund und Willi Hoffer: Von Freud eigenhändig signiertes Foto. Aufnahme o.O. und o. J. 20 x 15 cm. Original Silbergelantineabzug.

27500,00 €

Originalabzug. Das weitverbreitete Foto zeigt Freud an seinem Londoner Schreibtisch sitzend und ein Blatt des Manuskripts von "Der Mann Moses und die monotheistische Religion" in Händen haltend, seiner letzte Schrift, die er in seinem Todesjahr 1939 im Alter von 82 Jahren in seinem Londoner Exil herausgegeben hat.
Die Arbeit an dem Buch hatte Freud lange Jahre beschäftigt, mehrere Versuche ihrer Beendigung wurden aufgegeben und eine Wende brachte ein archäologischer Fund über den Freud am 2.5. 1935 an Arnold Zweig schrieb: “In einem Bericht über Tell el-Amarna, das noch nicht halb ausgegraben ist, habe ich eine Bemerkung über einen Prinzen Thotmes gelesen, von dem sonst nichts bekannt ist. Wäre ich ein Pfund-Millionär, so würde ich die Fortsetzung der Ausgrabungen finanzieren. Dieser Thotmes könnte mein Moses sein, und ich dürfte mich rühmen, daß ich ihn erraten habe.“ Erinnert sei an den Umstand dass sich Freud in sehr jungen Jahren bereits einmal am historischen Moses versuchte, diese Arbeit dann aber anonym erscheinen ließ.
Der Abzug ist ein Silbergelatineabzug, ein klassisches analoges Fotoverfahren, bei dem eine lichtempfindliche Emulsion aus Silberhalogeniden in Gelatine auf Papier, Glas oder Kunststoff getragen wird. Sie zeichnen sich durch tiefe Schwarztöne, eine feine tonale Tiefe und echte physische Kornstruktur anstelle von Pixeln aus. Im Bildteil direkt im freien Feld des Manuskripts handschriftlich " Sigm. Freud 1939" was dem Foto den Eindruck eines abgeschlossenen Textes verleiht. Eine andere Lesart bestimmt die Aufnahme auf 1938 und den Text auf "Abriß der Psychoanalyse", dieser Text erschien 1940 in der Imago.
Über seine langjährige Zusammenarbeit mit Anna Freud, seit 1934 war er Schriftleiter der „Zeitschrift für Psychoanalytische Pädagogik“, hatte Hoffer direkten Zugang zur Familie.
1938 flüchteten Willi Hoffer und seine Frau Hedwig Hoffer-Schaxel nach London. Sie wurden als Mitglieder von der “British Psychoanalytical Society“ aufgenommen und als Lehranalytiker anerkannt. - Vom Vorbesitzer im Österreichischen Fachhandel erworben. - Rückseite ohne Einträge.

2. Freud, Sigmund: Unikat. Archivexemplar. Gesammelte Schriften. Unter Mitwirkung des Verfassers heraus-gegeben von Anna Freud, A.J. Storfer, Otto Rank und Robert Wälder. 12 Bände. Leipzig, Wien, Zürich, Internationaler Psychoanalytischer Verlag, 1924 bis 1934. Mit 10 Kunstbeilagen. Insgesamt rund 4500 Seiten. 24,5 x 17 cm, Originalganz- und Original-halbledereinbände mit Kopfgoldschnitt und goldgeprägter Rückenbeschriftung.

7500,00 €

Erstausgabe der ersten abgeschlossenen Werkausgabe. - Archivexemplar des Verlages und dadurch ein Unikat. - Band V und Band VIII in Originalhalbleder mit zwei Rückenschildern. Die restlichen 10 Bände jeweils in Originalganzledereinbänden von denen laut dem Hauptbuch der Buchbinderei Scheible (in unserem Besitz) jeweils nur 40 Exemplare aufgebunden und nicht komplett abgerufen wurden. Allein dies macht sie Ausgabe zu einer Rarität ersten Ranges. - Editionsgeschichtlich bedeutend ist der zweite Band, da er die Traumdeutung im Wortlaut der Erstausgabe enthält, alle nachfolgenden gemachten Veränderungen, Erweiterungen und Zusätze sind gesammelt im dritten Band aufzufinden.
Vorliegendes Exemplar wurde nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten aus dem Bestand der liquidierten “Wiener Psychoanalytischen Vereinigung“ enteignet und in die Bestände der Österreichischen Nationalbibliothek überführt. Sie tragen auf den Titelblättern einen kleinen runden Bibliotheksstempel und am unteren Rand des Titelblatts, mit Papierstreifen überklebt, den martialisch in Fraktur gesetzten Stempel "Gesperrt". Auf der vorletzten Seite dann jeweils ein undatierter Stempeleintrag "aus den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek als rechtmäßiges Eigentum des Int. Psychoan. Verlags ausgeschieden". -
Wir zitieren einen Abschnitt aus der Selbstdarstellung der WPV: "Sofort nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten wurden Vereinigung, Ambulatorium und Verlag geschlossen und in der Folge aufgelöst. Die über hundert in Wien ansässigen Psychoanalytiker und Ausbildungskandidaten flüchteten vor der ihnen drohenden Verfolgung und Vernichtung ins Ausland. In seinem Abschlussbericht über die Auslöschung der Psychoanalyse im nationalsozialistischen Wien schrieb der kommissarische Leiter dieser Liquidation Dr. Sauerwald ein Jahr später: "Das Ambulatorium der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung wurde ebenfalls vom Stillhaltekommissar für Vereine, Organisationen und Verbände aufgelöst. Betreffs der liquiden Mitteln wurde von mir in gleicher Weise, wie bei der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung verfahren und diese an das Bankhaus Schellhammer & Schattera, Wien 1, zu Gunsten des Stillhaltekommissars für Vereine, Organisationen und Verbände abgeführt [...]." - "Durch eine Verfügung der Geheimen Staatspolizei wurde die gesamten Inländern gehörigen Schriften und Druckwerke ca. 16 Waggon restlos vernichtet. Ein Teil wurde ausgesondert und der Geheimen Staatspolizei Berlin, einvernehmlich mit dieser Stelle der Nationalbibliothek Wien übergeben". Nähere Angaben gerne auf Anfrage. - 2012 konnten wir ein Widmungsexemplar dieser Ausgabe für 37.500 Euro in eine Schweizer Privatsammlung abgeben.

3. Freud, Sigmund und Martha Freud: Unikat. Original Visitenkarte des Ehepaares Freud mit handschriftlicher Notiz Freuds an seine Schwester Marie "Mitzi": 30.12.96 ... betrachten es als selbstverständlich, dass Du, liebe Mitzi morgen Abend im Kreise der Lieben nicht fehlen wirst und grüssen Dich herzlich". Wien, 1896. 10 x 6 cm.

7500,00 €

Von allergrößter Seltenheit. - Bisher wurde kein zweites Exemplar dieser gemeinschaftlichen Visitenkarte des Ehepaares Freud bekannt.
Nach vier Jahren Verlobungszeit hatte das Paar am 13. September 1886 standesamtlich in Wandsbeck geheiratet. Marie Freud war das fünfte Kind von Amalia und Jacob Freud und selbst die Mutter u.a. von der als Kinderbuchillustratorin bekannt gewordenen Tom Seidmann-Freud und der Tänzerin und Vortragskünstlerin Lilly Freud-Marlé. Aus dem Nachlass der letzt-genannten kam die Karte in unseren Bestand. - Rechter Rand etwas nachgedunkelt bzw. mit Griffspuren, die Rückseite ist unbedruckt und unbeschrieben.

4. Boetticher, Adolf: Olympia. Das Fest und seine Stätte. Nach den Berichten der Alten und den Erkenntnissen der Deutschen Ausgrabungen. Berlin, Julius Springer, 1883. Mit vielen Holzschnitten und 15 Tafeln in Kupferradierung, Lithographie etc. Mit 15, davon 2 gefallt., Karten. Abb. auf 13, davon 2 dplblgr., Tafeln in versch. Techniken, 74 Text-holschnitte und 2 gefalt. Karten. XII, 407 Seiten. Illustrierter Originalleinenband.

400,00 €

Erstausgabe. - Auch in der Bibliothek von Sigm. Freud. - Seit 1875 wurde mit den Ausgrabungs-arbeiten des historischen Olympia begonnen, es genoss bereits in der Antike höchsten Ruhm als Heiligtum, Ort der Weissagung und Wettkampfstätte.
Adolf Boetticher studierte von 1865 bis 1868 an der Berliner Bauakademie und war danach als Architekt im öffentlichen Dienst tätig. 1875 wurde ihm die technische Leitung der deutschen Ausgrabungen in Olympia übertragen, die unter Leitung des Archäologen Gustav Hirschfeld durchgeführt wurden. - Fliegendes Vorsatzblatt fehlt, sonst sauber erhalten und nur sehr gering berieben.

5. Bonaparte, Marie: Unikat. Verlagsarchiv. Edgar Poe. Eine psychoanalytische Studie. Mit einem Vorwort von Sigmund Freud. Wien, Internationaler Psychoanalytischer Verlag, 1934. Band 1 - 3. Mit Abbildungen. 353, 419, 392 S. Originalleinen mit goldgeprägten Vorderdeckel- und Rückentiteln.

450,00 €

Erste deutsche Ausgabe. Exemplar aus dem Archiv von Freuds eigenem Verlag. - Nach der Zer-schlagung der “Wiener Psychoanalytischen Vereinigung“ und der Arisierung des Verlages wurden zahlreiche Bände des Verlagsarchiv in die Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek "übernommen". Sie tragen an den Rücken geprägte Inventarnummern und kleine Papieretiketten, in den vorderen Innendeckeln jeweils ein Papieretikett mit einer Registrierungsnummer, auf den Titelblätter einen kleinen runden Bibliotheksstempel und am unteren Rand des Titelblatts den martialisch in Fraktur gesetzten Stempel "Gesperrt". Auf der vorletzten Seite dann jeweils ein undatierter Stempeleintrag "aus den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek als rechtmäßiges Eigentum des Int. Psychoan. Verlags ausgeschieden".
Wir zitieren einen Abschnitt aus der Selbstdarstellung der WPV: "Sofort nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten wurden Vereinigung, Ambulatorium und Verlag geschlossen und in der Folge aufgelöst. Die über hundert in Wien ansässigen Psychoanalytiker und Ausbildungskandidaten flüchteten vor der ihnen drohenden Verfolgung und Vernichtung ins Ausland. In seinem Abschlussbericht über die Auslöschung der Psychoanalyse im nationalsozialistischen Wien schrieb der kommissarische Leiter dieser Liquidation Dr. Sauerwald ein Jahr später: "Das Ambulatorium der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung wurde ebenfalls vom Stillhaltekommissar für Vereine, Organisationen und Verbände aufgelöst. Betreffs der liquiden Mitteln wurde von mir in gleicher Weise, wie bei der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung verfahren und diese an das Bankhaus Schellhammer & Schattera, Wien 1, zu Gunsten des Stillhaltekommissars für Vereine, Organisationen und Verbände abgeführt [...]." –
"Durch eine Verfügung der Geheimen Staatspolizei wurde die gesamten Inländern gehörigen Schriften und Druckwerke ca. 16 Waggon restlos vernichtet. Ein Teil wurde ausgesondert und der Geheimen Staatspolizei Berlin, einvernehmlich mit dieser Stelle der Nationalbibliothek Wien übergeben[...]."
INHALTSVERZEICHNIS DES I. BANDES: Vorwort von Sigmund Freud.  I. TEIL: LEBEN UND DICHTUNG Edgars Eltern. Der Tod der Mutter. Die Adoptiveltern. Die erste Erziehung Edgars. Edgar in Großbritannien. Helen. Der Besuch Lafayettes und die Erbschaft William Gaks. Elmira. Auf der Universität von Virginia. Bruch mit John Allan. Bei der Armee. Nach dem Tode der Frances Allan. In West Point. Die Morgenröte der großen Dichtungen. In Baltimore bei Frau Clfinm. Die ersten Erzählungen. In Richmond. Der Kritiker des „Southern Literary Messenger". Die Heirat mit Virginia. In New York und Philadelphia. Der Redakteur von Bunon's Gentleman's Magazine. Grotesken und Arabesken... In Philadelphia. Der Redakteur von Graham's Magazine. Virginias geängstigter Gatte. In New York. Der Rabe und der Ruhm. In Fordham.
Vor dem Tod der Virginia. Annabel Lee. In Fordham. Nach dem Tod der Virginia. Ulalume und Heureka Providence und Lowell. Helen und Annie. Philadelphia, Richmond und Baltimore. Die letzten Fluchtversuche.
INHALTSVERZEICHNIS DES II. BANDES: II. TEIL: DIE GESCHICHTEN: DER ZYKLUS MUTTER Einleitung. - I. Der Zyklus der tot-lebenden Mutter Berenice. Morella. Ligeia. Der Untergang des Hauses Usher. Eleonora. Das ovale Porträt... Das Stelldichein. Metzengerstein'. - II. Der Zyklus der Mutterlandschaft. Die Gartenlandschaften und Die Insel der Fee... Die Seegeschichten : Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pyffl. Eine Geschichte von der Erde. Der Goldkäfer... III. Geständnis der Impotenz. Der verlorene Atem. IV. Der Zyklus der ermordeten Mutter. Der Mann der Menge. Der Doppelmord in der Rue Morgue ... Die schwarze Katze
BAND III: TEIL: DIE GESCHICHTEN: DER ZYKLUS VATER. - V. Der Zyklus von der Auflehnung gegen den Vater. Das schwatzende Herz... Die Maskeraden... Verwette niemals dem Teufel deinen Kopf... VI. Der Konflikt mit dem Gewissen "William Wilson... VII. Der Zyklus von der passiven Hingabe an den Vater Bedloe. Waldemar und der Engel des Sonderbaren. Wassergrube und Pendet. Heureka. IV. TEIL: POE UND DIE MENSCHLICHE SEELE Über die Arbeit am literarischen Kunstwerk und über die Funktion der Dichtung... Poes Botschaft an die Menschheit. - Literaturverzeichnis. - Register: A. Biographischer, literarischer und bibliographischer Index. - B. Index der "Werke Poes. - C. Index der psychoanalytischen Begriffe.

6. Rank, Otto: Unikat. Widmungsexemplar. - Gestaltung und Ausdruck der Persönlichkeit. II. Teil der Grundzüge einer Genetischen Psychologie. Leipzig und Wien, Franz Deuticke, 1928. 1 Blatt, Titel, 1 Blatt, 104 Seiten. Privater Halbledereinband mit Lederecken und eingebundener Originalbroschur mit Vorder- und Rückdeckel.

1250,00 €

Erstausgabe. - Grinstein 26455. Widmungsexemplar von Otto Rank an seine Ehefrau Beata Rank: “Seiner “Naimuczko von ihrem Gezeczko August 1928". Das Ehepaar Rank benutzte diese mythologischen Kosenamen auch bei anderen Anlässen und anderen Widmungen. Beata Rank siedelte zusammen mit Otto nach Paris urn, blieb aber nach der Trennung von ihm, 1934, dort wohnen und ging erst 1936 nach Boston. Offiziell geschieden wurde die Ehe erst 1939, wenige Monate vor den Tod Otto Ranks.
Schönes Exemplar des in seiner Bindung an die Vorzugsausgabe von “Mythos von der Geburt des Helden“ angelehnten Exemplars.

7. Breuer, Josef: Beiträge zur Lehre vom statischen Sinne (Gleichgewichtsorgan, Vestibularapparat des Ohrlabyrinths). Zweite Mitteilung. (Separatabdruck aus den Medizinischen Jahrbüchern, 1. Heft 1875). o.O., 1875. 70 Seiten. Einfacher Papier-umschlag der Zeit

250,00 €

Hirschmüller 1875. - Selten. - Bereits ein Jahr zuvor veröffentlichte Breuer eine kleine Schrift zum "Statischen Sinne", deren Anfangsergebnisse er mit der hier vorliegenden Arbeit vervollständigt. "Durch umfangreiche und äußerst subtile Tierversuche hat Breuer in der Arbeit von 1875 seine Theorie gestützt, in ausführlicher Diskussion gegen Einwände verteidigt, in einigen Details modifiziert, im Ganzen aber aufrecht halten können. [?]. Über die Funktion der Otolithenapparate, die er bisher nur angedeutet hatte, sollte Breuer sich sechzehn Jahre später, noch immer als einer der ersten, genauer zu Wort melden" (Hirschmüller, S. 90). – Der Umschlag an den Rändern gering lädiert, auf dem Vorderdeckel handschriftlich mit Bleistift "Breuer" notiert.

8. Salten, Felix: Widmungsexemplar für Sigm. Freud. Simson. Das Schicksal eines Erwählten. Roman. Berlin, Wien, Leipzig, Paul Zsolnay Verlag, 1928. 222 Seiten,1 Blatt. Lindgrüner Originalleinen mit goldgeprägtem Rückentitel und Vorderdeckel- und Rückendekor. (Gesammelte Werke in Einzelausgaben).

1750,00 €

Aus Freuds Bibliothek. – Nicht im Verzeichnis von Freuds Bibliothek durch Fichtner und Davies da es erst nach dessen Redaktionsende bekannt geworden ist.
Das Titelblatt mit handschriftlicher Widmung "An Siegmund Freud in grosser bewundernder Verehrung Gundelsee August 30 Felix Salten".
Aus dem Nachlass von Paula Fichtl, der langjährigen Haushälterin der Familie Freud, vermutlich hat ihr Freud das Buch übereignet. Die Familie Freud war im August 1930, dem Monat der Verleihung des Goethe-Preises an Freud, zur Erholung im steirischen Grundlsee. Im folgenden Monat starb Freuds Mutter.
Die Stadt Wien informiert zu Salten u.a. "1924 reiste der überzeugte Zionist, der auch mit Theodor Herzl bekannt war, über Ägypten nach Palästina. Das im folgenden Jahr veröffentlichte Buch "Neue Menschen auf alter Erde" enthält seine als Reisebericht formulierte persönliche Standortbestimmung zwischen tiefer Verehrung für die Geschichte des Judentums und der Bewunderung für den Zionismus. Saltens Verbundenheit mit dem Alten Testament manifestierte sich auch in dem Roman "Simson"(1928)".
Zeit seines Lebens stand Salten auch in engstem Kontakt mit Arthur Schnitzler. Und Freud brachte seine Zuneigung in einem Beitrag zu Saltens 60.Geburtstag mit den Worte "...daß Sie zu den Dichtern gehören, die man sofort persönlich lieb gewinnt, wenn man etwas von ihnen liest. Und da es nur wenige solche gibt, bedeutet das viel…“ zum Ausdruck.
Aus dem Nachlass vom Neffen von Paula Fichtl erworben, der damals auch angeblich authentische Spazierstöcke von Freud anbot. - Sauber erhalten.

9. Bernfeld, Siegfried: Widmungsexemplar. Sisyphos oder Die Grenzen der Erziehung. Von Dr. Siegfried Bernfeld. 1. Auflage. Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Leip-zig, Wien, Zürich, 1925. 19,5 cm. 164 Seiten. Roter Originalleineneinband mit gelber Vorderdeckel- und Rückenbeschriftung.

450,00 €

Erstausgabe in der seltenen Einbandvariante, vgl. Grinstein 2485 . – Das Vorsatzblatt mit der handschriftlichen Widmung und Unterschrift "Elfriede Fellner für zahlreiche künftige Einser Dr. Siegfried Bernfeld 12. XI. 25 Wien".
Bereits 1935 promovierte eine Elfriede Fellner zu " Die Sprachauffassung Jakob Boehmes und ihr Zusammenhang mit der Kabbala ". Die Nationalbibliothek in Israel dokumentiert mehrere Fragebögen der Auswanderungsabteilung der Fürsorge-Zentrale der israelitischen Kulturgemeinde Wien von 1938. - INHALT: Von der Pädagogik - Voraussetzung und Funktion der Erziehung - Mittel, Wege, Möglichkeiten der Erziehung.
Siegfried Bernfeld (geboren als Selig Bernfeld am 7. Mai 1892 in Lemberg, Österreich-Ungarn; gestorben am 2. April 1953 in San Francisco) war ein österreichischer Pädagoge. Er war ein von der Jugendbewegung beeinflusster Reformpädagoge, Psychoanalytiker und Mitbegründer der modernen Jugendforschung. Zusammen mit Walter Benjamin, Georg Gretor (Pseudonym Georges Barbizon), Otto Gründler, Erich Krems, den Brüdern Hans und Peter Kollwitz sowie Gustav Wyneken arbeitete er an der legendären und politisch verfolgten Jugendzeitschrift “Der Anfang“ mit. Diese wurde in Bayern an allen Schulen verboten.
Er engagierte sich in der liberalen jüdischen Wiener Jugendbewegung und war in sozialist-schen Organisationen aktiv, stark beeinflusst von den reformpädagogischen Ideen Wynekens. Nach Abschluss seines Studiums wurde er nach erfolgreicher Verteidigung seiner Arbeit “Über den Begriff der Jugend“ promoviert. 1917-1921 war er leitend im Zionistischen Zentralrat für West-Österreich tätig. 1919 leitete er ein pädagogisches Projekt, das sich um jüdische Jugendliche kümmerte, die durch den Ersten Weltkrieg entwurzelt waren. 1921 war Bernfeld in Heidelberg für einige Monate Mitarbeiter von Martin Bubers Zeitschrift Der Jude. Nach seiner Rück-kehr nach Wien schloss er sich enger der psychoanalytischen Bewegung Sigmund Freuds an. Ab1922 entwickelte er für das Lehrinstitut der “Wiener Psychoanalytischen Vereinigung“ Kurse,  in denen Erziehungsfragen psychoanalytisch untersucht wurden. … (wiki).

10. Storfer, A. J.: Widmungsexemplar. Im Dickicht der Sprache. Wien, Leipzig, Prag, Verlag Dr. Rolf Passer, 1937. 307 Seiten, 2 Blatt. Originalleinen mit Vorderdeckel- und Rückentitel.

150,00 €

Erstausgabe. - Vortitel mit handschriftlicher Widmung "Herrn Dr. Enyedi György in Freundschaft A.J. Storfer". - Adolf Josef Storfer (1888-1944), studierter Jurist und Literaturwissenschaftler und später Journalist, gehörte seit den 1910er Jahren zum Wiener Kreis um Sigmund Freud. Als Leiter des “Psychoanalytischen Verlag“ in Wien besorgte er die Herausgabe der psychoanalytischen Schriften. 1938 floh er vor den Nationalsozialisten nach Shanghai, wo er die Exilzeitschrift “Gelbe Post“ begründete und von dort aus weiter nach Australien.
Neben den etwa 60 Einzelbegriffen wie z.B. Backfisch, Fisimatenten, Katzelmacher, Pluzer, Rabeneltern oder Veronal auch acht kleinere Abhandlungen zu Schweizerischen Wörter im Hochdeutschen. - Aus dem Wortschatz des Wieners. - Tiernamen als Krankheitsnamen. - Die Namen der fünf Erdteile. - Über Sprachmengerei. – Verblaßte Verkleinerungsformen. - Aristophanische Zusammensetzungen. - Von einsilbigen Wörtern und deren Überhandnehmen. - Der Einband sauber, fliegender Vorsatz fehlt, allerkleinste zeitbedingte Alterungsspuren.

11. Gross, Otto: Die cerebrale Sekundärfunction. Leipzig, Verlag F.C.W. Vogel, 1902. 69 Seiten Originalbroschur.

450,00 €

Erstausgabe. - Sehr seltene Grundlagenarbeit, seit Jahrzehnten wurde kein Exemplar mehr im Auktionshandel angeboten.
Gross, der von Pjotr Kropotkin (1842–1921) und dessen Theorie der gegenseitigen Hilfe als grundlegendem Entwicklungsfaktor inspiriert wurde, gilt als Pionier der Verbindung von psychoanalytischer Aktivität mit revolutionärer Politik. Er sah die herrschende Sexualmoral als Ursache psychischer und diverser somatischer Krankheiten an und postulierte sexuelle Befreiung mithilfe der Psychoanalyse.
Der Briefwechsel zwischen Freud und Jung sowie die Protokolle der “Wiener Psychoana-lytischen Vereinigung“ von 1909 bis 1912 dokumentieren den reichen Widerhall von Gross‘ Vorstellungen in deutschsprachigen psychoanalytischen Kreisen.
1906 habilitierte sich Gross, der 1904 in Wien die Bekanntschaft Sigmund Freuds (1856–1939) gemacht hatte, an der Universität Graz und wurde Privatdozent für Psychopathologie. Im September 1906 wechselte er als Assistenzarzt an die Klinik Emil Kraepelins (1856–1926) nach München. Gross behandelte Vertreter der Schwabinger Bohème und anarchistischer Kreise psychoanalytisch und beeinflusste damit Schriftsteller wie Johannes R. Becher (1891–1958) und Franziska zu Reventlow (1871–1918). - Mit den Schwestern Else Jaffé (1874–1973) und Frieda Weekley (1879–1956) unterhielt er Liebesbeziehungen.
1907 veröffentlichte er die Monografie „Das Freud‘sche Ideogenitätsmoment und seine Bedeutung im manisch-depressiven Irresein Kraepelins“, in der er Carl Wernickes (1848–1905) neurophysiologische Theorie, Kraepelins klinische Theorie und Freuds analytische Theorie zur Synthese zu bringen versuchte.
Während Gross 1907 beim “Internationalen Kongress für Psychiatrie, Neurologie, Psychologie und Irrenpflege“ in Amsterdam Freuds Hysterielehre verteidigt hatte, distanzierte sich dieser beim 1.“Internationalen Psychoanalytischen Kongress“ 1908 in Salzburg von Gross' Konzeption mit der viel zitierten Bemerkung „Wir sind Ärzte, und Ärzte müssen wir bleiben (nach NB).
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in die Kapitel Inhaltsverzeichnis. I. Kapitel. Wesen, Bedeutung und Alteration der Sekundärfunction 9II. Kapitel. Die degenerative Constitution. Die Minderwertigkeit bei verflachtem und die bei verengtem Bewusstsein 19 III. Kapitel. Die erwor-benen diffusen Veränderungen der Sekundärfunction. Die acuten Psychosen 35IV. Kapitel. Die circumscripten Affectionen der Sekundärfunction. Die paranoischen Zustände 49V. Kapitel. Die Individualitätsverschiedenheiten. Die Charaktere von Zeitepochen.
Gross war 1902 mit der Arbeit “Die cerebrale Sekundärfunction“ der Erste, der auf dem Gebiet der Persönlichkeitspsychologie die kortikale Erregung als Ursache für extravertiertes und introvertiertes Verhalten annahm und primäre und sekundäre Funktionen des Gehirns bei der Aktivierung von Gehirnzellen zur Produktion von mentalen Inhalten unterschied (Deutsche Biographie). Ebenso: Der Briefwechsel zwischen Freud und Jung sowie die Protokolle der “Wiener Psychoanalytischen Vereinigung“ von 1909 bis 1912 dokumentieren den reichen Widerhall von Gross‘ Vorstellungen in deutschsprachigen psychoanalytischen Kreise. Die Arbeit hatte auch Einfluss auf die Typenlehre von C.G. Jung. - Vorderdeckel mit kleinem Papieretikett, an den Rändern brüchig, geringe Ausrisse. Buchblock sauber erhalten, kleine Alterungsspuren.

12. Breuer, Josef und Sigmund Freud: Separatabdruck signiert. Ueber den psychische Mechanismus hysterischer Phänomene. 1 Teil. (Vorläufige Mitteilung.) Separat-Abdruck aus "Neurologisches Centralblatt"1893 No.1. Leipzig, Veit & Comp.,1893. 23,8 x 15,8 cm. 11 Seiten mit eigener Paginierung. Originalpapierumschlag.

15000,00 €

Grinstein 185; Garrison-Morton 4977.3.  In mehrfacher Weise ein bedeutendes Unikat.
Die erste genuin psychoanalytische Veröffentlichung, hier als überaus seltener Separatabdruck mit eigener Paginierung und mit handschriftlicher Widmung "Herrn Prof. S. Exner // mit herzlichen Grüßen // Breuer ".  Weder ein weiteres Exemplar des Separatdrucks und schon gar nicht als Widmungsexemplar eines der beiden Autoren sind durch uns nachweisbar. Andere Handelsangebote zeigen entweder den gesamten Jahrgang oder die entsprechenden, herausgetrennten und neu zusammengebundenen Lagen daraus.
Garrison/Morton untertreiben nicht wenn sie schreiben: "The preliminary announcement of results of the collaboration was the starting point of psychoanalysis". Wie eng der wissenschaftshistorisch bedeutende Arbeitsbezug zwischen Breuer und Exner war, stellt Leonardo
Niro in seinem Artikel "The conservation of nervous energy: Neurophysiology and energy conservation in the work of Sigmund Exner and Josef Breuer" in den Studies in “History and Philosophy of Science Dezember 2023“ heraus, wo er zusammenfassend schreibt " This article explores the assimilation of the law of energy conservation in the psychological sciences of the late nineteenth century by comparing two similar neurophysiological projects conceived in largely the same social milieu and at the same time – namely, Sigmund Exner's Project for a physiological explanation of psychic phenomena (1894) and Josef Breuer's “Theoretical” chapter for “Studies on Hysteria (1895)“. As shall be demonstrated, even within the narrow context of fin-de siècle Viennese neurophysiology, energetic concepts were used in apparently similar models, but defending widely distinct perspespectives on life and the mind. While Exner formulated his project with a view of reducing mental processes to the exchange of neuronal energy, thus eliminating remnants of vital force in psychology, and generally following the methodological precepts of organic physics and of the thermodynamic method, Breuer in turn formulated a model whereby the electricity of neuronal exchanges was considered equivalent to a modified version of vital forces. Although the difference in their approach cannot be reduced to a single factor, the article suggests that the role played by medical practice in theory-construction provides one key condition for the variation in their otherwise analogous projects. While Exner conducted his work exclusively within the physiological laboratory, and still shared the “therapeutic nihilism” characteristic of the Second Vienna Medical School, for Breuer instead theory was both intimately allied with, and secondary to, his medical practice".  -
Exner wurde 1870 zum Doktor der Medizin promoviert und war zunächst Assistent, dann 1871 Privatdozent und 1875 außerordentlicher Professor am Physiologischen Institut in Wien. Am Physiologischen Institut von Franz Brücke begegnete er Sigmund Freud und dem Neurologen Josef Breuer, die ihn wesentlich beeinflussen sollten. Im Jahr 1884 wurde Exner zum Mitglied der Leopoldina gewählt.1891 wurde er als Nachfolger von Brücke auf das Ordinariat für Physiologie an der Universität Wien berufen. 1897 wurde er zum k.u.k Hofrat ernannt. Den Vorstand des Instituts für Physiologie der Universität Wien hatte er bis 1917 inne. Er erhielt die Ehrendoktorwürde der Universitäten Leipzig (1909) und Athen (nach wikipedia und dort weiter). Siegmund Exner gilt als einer der Väter der vergleichenden Physiologie, der Hirnforschung und der Wahrnehmungspsychologie aus physiologischer Sicht. Eines seiner Hauptarbeitsgebiete galt der Sinnesphysiologie mit Studien über Geruchsorgane, über die Empfindlichkeit der Netzhautregeneration, über Farbkontrast und über das Sehen der Facettenaugen. Besondere Bedeutung hatten seine Arbeiten über die Lokalisation von Verhaltensfunktionen im Gehirn, speziell seine Arbeiten zur Funktionsarchitektur der Sehrinde. Daneben finden sich Studien zur Organisation der assoziativen Verbindungen im Gehirn.
Bereits 1894 publizierte er einen “Entwurf zu einer physiologischen Erklärung der psychischen Erscheinungen“ mit den Konzepten eines neuronalen Netzes und lokaler Lernregeln in parallelverarbeitenden Nervennetzen. Er folgerte früh, dass Denken und Bewusstsein Funktionen der Netzwerkarchitektur des Gehirns sein müssen. Als bemerkenswert und innovativ kann heute angesehen werden, dass er in einer Zeit, in der die Arbeitsweise des Gehirns im Wesentlichen noch im Dunkeln lag, in seinen Publikationen bereits lokale Lernregeln in parallelverarbeitenden Nervennetzen formulierte. – Zeitbedingt geringe Altersspuren und der vordere Umschlag oben links etwas aufgehellt.

13. Hübscher, Arthur (Red.): Exemplar der Parteihochschule der SED. Gegen Psycho-analyse. Süddeutsche Monatshefte. 28. Jg., August 1931 Heft 11. Hrsg. von Paul Nikolaus Cossmann. München: Süddeutsche Monatshefte, 1931. S. 761-832. Originalbroschur.

75,00 €

Vorderdeckel mit kleinem Papieretikett und auf Seite 10 der Stempel "Bibliothek Partei-Hochschule Karl Marx", eine 1946 in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) gegründete Hochschule, die dem Zentralkomitee der SED unterstellt war. Der Betrieb wurde am 30. Juni 1990 eingestellt.
Mit Beiträgen von Alfred E. Hoche, Die psychoanalytische Bewegung im Rahmen der Geistes-geschichte  - Rudolf Allers, Die weltanschaulichen Voraussetzungen der Psychoanalyse  - Charles E. Mylan, Die Psychoanalyse am Scheideweg  - Adolf Albrecht Friedländer, Die psycho-analytische Therapie  - Siegfried Placzek, Gefahren psychoanalytischer Behandlung  - Helene Klepetar, Erinnerungen einer Patientin - Gustav Aschaffenburg, Psychoanalyse und Strafrecht. - Exemplar Papier bedingt gebräunt

14. Silone, Silone: Widmungsexemplar Wilhelm Reich. Die Schule der Diktatoren. Autorisierte Übersetzung aus dem Italienischen von Jakob Huber. Zürich, New York, Europa Verlag,1938. 324 Seiten,1 Blatt. Brauner Originalleinenband mit Vorderdeckel- und Rückenbeschriftung

800,00 €

Erste Ausgabe. - Vorsatzblatt mit handschriftlicher Widmung "Arnulf Øverland zum 50.Geburtstag von Wilhelm Reich 27. IV. 1939". Über die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Reich und den Mitgliedern der sozialistischen Gruppe “Mot Dag“  wurde an zahlreichen Stellen berichtet. Der Schriftsteller und Maler Arnulf Overland gehörte zu der Gruppe. er positionierte sich ablehnend, sowohl gegen den Nationalsozialismus als auch gegen das zunehmend totalitärer werdende System der Sowjetunion. Nach der Besetzung Norwegens wurde er inhaftiert und überlebte, bis zu seiner Freilassung bei Kriegsende, das KZ Sachsenhausen. Sven Hedin hatte sich vergeblich für seine Freilassung eingesetzt.
Das Buch spiegelt die reale politische Situation in mehrfacher Weise, es wurde von einem im Exil lebenden Autor geschrieben und erschien in einem Exilverlag, erst 1962 konnte eine italienische Ausgabe erscheinen. Silone war als Flüchtling vor dem italienischen Faschismus in die Schweiz emigriert.
Der Europa-Verlag wurde 1933 von Emil Oprecht in der Schweiz gegründet, um verfolgten Autoren und verbotenen Manuskripten ein Forum zu bieten. Der Verlag galt damit während der Zeit des Nationalsozialismus als so genannter “Emigrantenverlag“. Auch war der Europa Verlag einer der wichtigsten Theaterverlage der damaligen Zeit. Emil Oprecht gehörte zu den legendären Verlegern des 20. Jahrhunderts, der im täglichem Kampf für die Unterstützung Verfolgter, gegen zunehmenden Druck auch der schweizerischen Zensur und gegen alle ökonomischen Widerstände aufrecht blieb. In dem halben Jahrhundert des Bestehens seines Verlages standen im Programm Autoren und Bücher im Vordergrund, die für die Würde und die Freiheit des Menschen eintraten ( wir folgen hier etwas der wikipedia).
Das Buch schildert in einer Art fiktiver Bauanleitung wie sich eine faschistische Diktatur entwickelt, stellenweise den politischen Schriften Reichs sehr ähnelnd und mit sehr realistischen Kapitel wie z.B. "Über einige Charakterzüge des Diktatur-Aspiranten - Über die Unfähigkeit des Diktatur-Aspiranten, sich einem normalen Leben anzupassen" oder "Über die faschistische Mythologie, ihre Nebel, ihre Fetische und Idole, und über die moderne Technik der Massen-suggestion und -unterwerfung" oder "Der Faschismus als Sozialismus-Ersatz...Der Faschismus als Demokratie-Ersatz . Ein Staatsstreich unter Beihilfe der Behörden". - Kleine Lesespuren und wenige Randanstreichungen mit Bleistift.

15. Vernon, Frederic de: Bronzemedaille zum Gedenken des einhundertsten Geburtstages von Jean-Martin Charcot. Halbprofil mit Blick nach rechts. 1925. Durchmesser 7,5 cm, Höhe 0,5 cm. Signierter Originalbronzeguss durch den Medailleur CH. Ozana im Originallederbezogenen Etui mit Druckverschluss.

350,00 €

Die im Original 1883 geprägte Medaille wurde, wie hier vorliegend, 1925 erneut aufgelegt und mit entsprechendem Text auf der Rückseite versehen: Medal to commemorate J M Charcot's centenary  -  Médaille en l'honneur du docteur Jean-Martin Charcot de Vernon Frédéric de (1858-1912). Porträtprofil von Jean-Martin Charcot nach rechts mit der Aufschrift DOCTEUR J.M. CHARCOT.  -  Gut erhalten und nur zeitbedingt mit leichter Patina, das Etui an den Kanten berieben, die Rückseite mit kleiner Läsur.

16. Reich, Wilhelm: Psychischer Kontakt und vegetative Strömung. Ein Beitrag zur Affektlehre und charakteranalytischen Technik (Nach einem Vortrag am 13. Internat. Psychoanalytischen Kongress in Luzern 1934). Kopenhagen, Prag, Zürich, Verlag für Sexualpolitik Sex-Pol-Verlag, 1935. 1 Blatt, 60 Seiten, 3 Blatt. Orangegelber Originalleineneinband mit schwarzem Titel auf dem Vorderdeckel. (Abhandlungen zur personellen Sexualökonomie, Nr. 3).

250,00 €

Erstausgabe.  - Sehr selten, besonders in dieser Bindevariante. Am Ende des Vorwortes klärt Reich seine Beziehung zur IPV lapidar: "Der dieser Schrift zugrundeliegende Vortrag am letzten psychoanalytischen Kongreß schloss auch meine Mitgliedschaft in der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung ab. Ihre Leitung wollte sich mit meinen Ansichten nicht länger identifizieren".
Reich beschreibt körperliche Empfindungen von Fließen und Pulsieren im Körper, die mit frei fließenden Gefühlen und Lebensenergie verbunden sind. Er untersucht, wie Menschen emotional in echten Kontakt zueinander treten und wie dieser Kontakt durch muskuläre und charakterliche Panzerungen gestört wird. Gefühle werden nicht nur als seelisch verstanden, sondern direkt an vegetative, körperliche Reaktionen und tonische Veränderungen des Gewebes gekoppelt.
Der Text zeigt auf, wie der Analytiker körperlich-vegetative Ausdrucksformen (Atmung, Haltung) in der Behandlung beachten muss, anstatt nur auf das gesprochene Wort zu hören.

17. Jaspers, Karl: Heimweh und Verbrechen. Inauguraldissertation zur Erlangung der Doktorwürde der hohen medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. Leipzig, Verlag von F.C.W. Vogel, 1909. Titel, 1 Blatt, 116 Seiten, 1 Blatt. Originalpapierumschlag mit Vorderdeckelbeschriftung.

1250,00 €

Erstausgabe. - Sehr seltene Originalausgabe der medizinischen Dissertation, letztmalig 1997 auf einer deutschsprachigen Auktion angeboten.
Die Jaspers-Stiftung führt dazu an: "Karl Jaspers war in seinem Studium auf eine Reihe schrecklicher  Verbrechen von jungen Frauen gestoßen, die von zuvor unbescholtenen Dienst- und Kindermädchen an den Kindern ihrer Dienstherren begangen worden waren. Sie hatten sich erhofft, so gaben sie als Motiv übereinstimmend an, dass ihre Taten es ihnen ermöglichen würde, wieder nach Hause zu kommen – sie gaben an, sie hatten die Morde und Brandstiftungen aus “Heimweh“ ausgeführt".
Entstanden bei dem Hirnforscher Franz Nissl, steht die Arbeit in der Tradition der empirisch-psychiatrischen Forschung. Das psychologische Motiv des Heimwehs als elementare seelische Notlage antizipiert das spätere philosophische Konzept der “Grenzsituationen“ (wie Leiden oder Ausnahmezustände), die den Menschen an seine Existenzgrenzen führen.
Das konstruktiv-kritische Diskussionsklima, das unter den Ärzten und Forschern damals an der Heidelberger Psychiatrischen Klinik herrschte, hob Jaspers in späteren Erinnerungen wiederholt dankbar hervor. In diesem Klima hat er sechs Jahre lang intensiv wissenschaftlich gearbeitet.- Vorderdeckel und Titelblatt mit gelöschtem Inventarisierungsvermerk, sonst sehr gut erhalten.

18. Gross, Otto: Das Freud'sche Ideogenitätsmoment und seine Bedeutung im manisch depressivem Irresein Kraepelin's. Leipzig, Verlag F.C.W. Vogel, 1907. 50 Seiten. Gehefteter Originaldruckbogen.

350,00 €

Erstausgabe. - Gross  versucht aufzuzeigen, wie unbewusste psychische Vorgänge und Assoziationen zum Verständnis der Symptomatik bei affektiven Erkrankungen beitragen können und untersucht das “Ideogenitätsmoment“ (die psychogenetische Bedeutung von Inhalten und Assoziationen nach Freud) im Kontext von Kraepelins nosologischer Einheit des manisch-depressiven Irreseins.
Gross, der von Pjotr Kropotkin (1842–1921) und dessen Theorie der gegenseitigen Hilfe als grundlegendem Entwicklungsfaktor inspiriert wurde, gilt als Pionier der Verbindung von psychoanalytischer Aktivität mit revolutionärer Politik. Er sah die herrschende Sexualmoral als Ursache psychischer und diverser somatischer Krankheiten an und postulierte sexuelle Befreiung mithilfe der Psychoanalyse.
Der Briefwechsel zwischen Freud und Jung sowie die Protokolle der “Wiener Psychoanalytischen Vereinigung“ von 1909 bis 1912 dokumentieren den reichen Widerhall von Gross‘ Vorstellungen in deutschsprachigen psychoanalytischen Kreisen. 1906 habilitierte sich Gross, der 1904 in Wien die Bekanntschaft Sigmund Freuds (1856–1939) gemacht hatte, an der Universität Graz und wurde Privatdozent für Psychopathologie. Im September 1906 wechselte er als Assistenzarzt an die Klinik Emil Kraepelins (1856–1926) nach München. Gross behandelte Vertreter der Schwabinger Bohème und anarchistischer Kreise psychoanalytisch und beeinflusste damit Schriftsteller wie Johannes R. Becher (1891–1958) und Franziska zu Reventlow (1871–1918); mit den Schwestern Else Jaffé (1874–1973) und Frieda Weekley (1879–1956) unterhielt er Liebesbeziehungen.
1907 veröffentlichte er die Monografie „Das Freud‘sche Ideogenitätsmoment und seine Bedeutung im manisch-depressiven Irresein Kraepelins“, in der er Carl Wernickes (1848–1905) neurophysiologische Theorie, Kraepelins klinische Theorie und Freuds analytische Theorie zur Synthese zu bringen versuchte. Während Gross 1907 beim Internationalen Kongress für Psychiatrie, Neurologie, Psychologie und Irrenpflege in Amsterdam Freuds Hysterielehre verteidigt hatte, distanzierte sich dieser beim 1. Internationalen Psychoanalytischen Kongress 1908 in Salzburg von Gross' Konzeption mit der viel zitierten Bemerkung „Wir sind Ärzte, und Ärzte müssen wir bleiben (nach NB.)

19. Baszel, Günther: ( d.i. Günther Baszel von Szászkabánya ) August. Aichhorn 1878 - 1948. Gedenkmedaille. o.O., o.J. (wohl Wien 1948).

400,00 €

Von uns nicht näher bestimmbare Medaille aus Metall mit ausdrucksstarkem Profil Aichhorns. Die Rückseite mit dem Text "Meinen Freunden zur Erinnerung an den 27. Juli August Aichhorn". Günther Baszel von Szászkabánya (* geboren 8. Mai 1902 in Kaschau, Ungarn, heute Slowake† 5. Februar 1973 in Wien) war ein österreichischer Maler, Bildhauer, Medailleur.
August Aichhorn gilt als Begründer der Psychoanalytischen Pädagogik. Neben sehr umfangreicher beruflicher Tätigkeit ist sein Verdienst für den Erhalt psychoanalytischer Grundwerte während der Besatzungszeit unvergessen. Aus einem längeren Beitrag des Freud-Museums Wien: "Zunächst völlig unabhängig von der Arbeitsgemeinschaft des Deutschen Instituts leitet August Aichhorn ab dem Winter 1938/39 ein Seminar, in dem er in seiner Wohnung eine kleine Gruppe von Hörerinnen in psychoanalytischer Theorie und Praxis unterrichtet. Drei der fünf Teilnehmerinnen dieses ersten, illegalen Seminars – Ella Lingens, Kurt Lingens und Karl Motesiczky – werden im Oktober 1942 von der Gestapo verhaftet, da sie zwei jüdischen Ehepaaren bei der Flucht helfen. Karl Motesiczky verstirbt am 25. Juni 1943 in Auschwitz an Typhus. Ab Herbst 1941 wird das Seminar vom Deutschen Institut anerkannt, einige Mitglieder der Wiener Arbeitsgemeinschaft des Deutschen Instituts stoßen nun dazu. Auch nach der offiziellen Anerkennung bleibt es Aichhorns Ziel, Psychoanalyse in Theorie und Praxis unverfälscht zu vermitteln".
In einem Brief vom 30. September 1948 an eine nicht genauer genannte Frau Doktor: "Entdeckt hat mich die Gemeinde Wien erst am 20. Juli 1948, als im Auditorium Maximum der Wiener Universität die in der Zeit vom 17. - 24. Juli in Wien tagende Österreichische Bundeskonferenz für Wohlfahrtswesen eine offizielle Feier zu meinem 70. Geburtstag veranstaltete". Gegebenenfalls wurde die Medaille zu diesem Anlass in Auftrag gegeben. Ausgestellt wurde sie 1959 bei der Jahresausstellung der FIDEM, der "Fédération Internationale de la Médaille". -  Kaum wahrnehmbare zeitbedingte Alterungsspuren, keine Kratzer.

20. Freud, Sigmund: Askese. - Beitrag in: Verein zur Unterstützung mittelloser israelitischer Studierende in Wien/ I, Seitenstettengasse 2. Denkschrift mit literarischen und künstlerischen Beiträgen hervorragender Männer und Frauen unserer Zeit. Herausgegeben vom Vereinsvorstande, eingeleitet und redigiert vom Sekretär des Vereins Guido Fuchsgeld. o.O., o.J. (Wien 1911). Mit einigen ganzseitigen Abbildungen auf Tafeln. 72 Seiten. Originalleinen mit Vorderdeckelbeschriftung.

250,00 €

Meyer-Palmedo/Fichtner 1911K für den Erstdruck der mit faksimilierter Unterschrift "Prof. Freud" signierten Zeilen: " Einst galt die Askese  - Entsagung, Entbehrung  - als Mittel zur Macht; heute das Wissen. Es scheint zweckmäßig, die zu unterstützen, die über Entbehrungen zum Wissen gelangen wollen. Dr. Sigmund Freud, Universitäts-Professor/ Wien".
Zum Zeitpunkt der Publikation gehörte Leopold Königstein zum Vorstand des 1861 von u.a. Gerson Wolf gegründeten Vereins (vgl. Brüll, Adolf, "Wolf, Gerson", in: Allgemeine Deutsche Biographie 43 (1898), S. 750-751): Bernd Nitzschke sagte dazu in „Der Zeit“ 2009 u.a. "Das ist eine sehr hintergründige, doppelsinnige Formulierung. Denn jenen Unterstützung zu bieten, die über Entbehrung, Abstinenz zum Wissen, zur Einsicht, zur Selbsterkenntnis gelangen wollen, das umschreibt auch geradewegs die Funktion des Therapeuten, der den Analysanden auf einer beschwerlichen Reise nach "innen", auf einem Weg der Selbsterfahrung, begleitet. Ziel einer solchen von Freud konzipierten Reise könnte es unter anderem sein, scheinbar unüberwindliche Kluften - zwischen dem Normalen und dem Verrückten, der Liebe und dem Haß oder dem Barbarischen und der Zivilisation zu überschreiten, auch wenn die berechtigte Angst, dabei den Halt zu verlieren und in einen Abgrund zu stürzen, vor derlei zugemuteten Erfahrungen oft zurückhält. Wer sich solchen Erfahrungen aber aussetzt, wird zweimal überlegen, bevor er mit moralischem Eifer auf "Täter" zeigt, wohl wissend, wie leicht es unter bestimmten Umständen sein kann, selbst zum "Täter" zu werden. Das ist es, was Freuds Schriften so genießbar macht, sie so taufrisch erscheinen läßt: Es fehlt ihnen der moralische Dünkel...". Der Historiker der jüdischen Studentenverbindungen Prof. Harald Seewann schildert in einem Essay v.a. den Weg von Jean Martin Freud in die A.V. Kadimah, der ältesten jüdisch-nationalen Studentenverbindung überhaupt, 1882 gestiftet.
Über die Reaktion auf seinen Beitritt durch den Vater Sigm. Freud schrieb der Sohn "Über seinen Beitritt, der zeitlich damit recht gut einzuordnen ist, schreibt er: „Mein Vater war sehr tolerant und ließ mich meistens meine Liebhabereien genießen. Ich erwartete von ihm, dass er sich meinem Beitritt zur zionistischen Studentenverbindung Kadimah entgegensetzen würde. Zu meiner Überraschung und meinem Vergnügen tat er dies nicht, und er zeigte sich sogar noch entzückt von dieser Idee.“ Seewann weiter: "Einer studentischen Verbindung hat Freud während seiner Studienzeit nicht angehört; wohl aber zählte er zeit seines Wiener Wirkens zu den Förderern der „Jüdisch-Akademischen Lesehalle Wien“,  die sich im Dezember 1899 in „Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien“ umbenannte. Das Band der A.V. Kadimah erlangte Sigmund Freud wie folgt: Als er im Mai 1936 seinen 80. Geburtstag beging, sandte ihm die A.V. Kadimah ein Glückwunschtelegramm folgenden Inhalts: „Die versammelte Altherrenschaft und Aktivitas der Akademischen Verbindung Kadimah Wien beehrt sich zum 80. Geburtstag die verehrungsvollsten Glückwünsche zu übermitteln mit dem Wunsche dass Ihnen zum Heile der Menschheit noch viele Jahre gesegneter Schaffenskraft beschieden sein mögen".
Freud bedankte sich für das Telegramm und schloss sein Schreiben mit den Worten „Ihr Freud, der sich zu Ihren Alten Herren zu zählen wünscht“. Die Reaktion kam prompt. Am 1. Juni 1936 ernannte die A.V. Kadimah Professor Freud zum sechsten Ehrenmitglied in ihrer Geschichte. Eine Delegation des Altherrenverbandes und der Aktivitas der Kadimah, der auch sein Sohn angehörte, überbrachte ihm am 6. September jenes Jahres das Farbenband der Verbindung in sein Sommerdomizil im Haus Strassergasse im XIX. Wiener Bezirk. Der Geehrte legte das Band sogleich an, wurde formell aufgenommen und überreichte seine Porträtradierung mit handschriftlicher Widmung als Gegengeschenk für die Verbindung. So war der weltberühmte Professor Dr. Sigmund Freud in seinen späten Jahren Bundesbruder seines Sohnes Martin geworden. In sein Tagebuch vermerkt er unter dem Datum des 6. September 1936: „Kadimah.“[Ein Wort nur. Es genügte.

21. SammelbandDattner, B., Federn, Paul, Ferenczi, Sándor, Freud, Sigmund, Friedjung, Josef K., Hitschmann, Eduard, Rank, Otto, Reitler, Rudolf, Rosenstein, Gaston: Die Onanie. Vierzehn Beiträge zu einer Diskussion der "Wiener Psychoanalytischen Vereinigung". Herausgegeben von der Vereinsleitung. Heft 2. Wiesbaden, J. F Bergmann, 1912. IV,140  Seiten, 6 Blatt Verlagsanhang. Originalbroschur.

350,00 €

Meyer-Palmedo/Fichtner 1912f für die Erstdrucke der Beiträge Freuds. - Erstausgabe der zweiten Veröffentlichung der organisierten  Psychoanalyse. Unbeschnittene Originalbroschur, in dieser Erhaltung selten.
Aus der Vorbemerkung der Redaktion: "die Diskussion über Onanie, von der hier eigentlich nur Bruchstücke veröffentlicht werden, dauerte mehrere Monate und spielte sich in der Weise ab, dass jeder Redner ein Referat erstattete, an welches sich eine ausführliche Diskussion anschloss". Der vorliegende Band dokumentiert diese Referate, nicht aber die Diskussionen. Bereits in einer frühen Rezension der Veröffentlich machte Paul Federn darauf aufmerksam, das die Ich-Psychologie zu jener Zeit noch nicht in die Analyse eingeführt worden, der Ödipuskomplex gerade erst als universelles menschliches Schicksal akzeptiert worden war,  und die Rolle der Kastrations-angst als Kern der neurotischen Angst war noch nicht als vollständig geklärt betrachtet werden konnte. Victor Tausk formulierte in seiner Diskussion Folgendes: “Die Konflikte rund um die Masturbation … sind im Kern die Konflikte rund um die Sexualität als solche“.

22. Stekel, Wilhelm: Sonderdruck gewidmet - Berufswahl und Kriminalität. Sonderabdruck aus dem Archiv für Kriminalanthropologie und Kriminalistik Band 41. Leipzig, Verlag von F.C.W. Vogel, 1911.1 Blatt, Seite 269 -280. Originalumschlag.

75,00 €

Vorderdeckel mit schwungvoller handschriftlicher Widmung und Unterschrift des Verfassers für "Herrn Julius von Kalkmar".
Herausgeber der Zeitschrift war Hans Gross, Vater des Psychoanalytikers Otto Gross, zitiert wurde sie als "H. Groß' Archiv". Schönes Dokument für die bekannt rege Publikationstätigkeit Stekels, er untersucht darin die unbewussten Triebe und die Motive bei der Wahl des Berufs und schlägt Parallelen zu den psychischen Dynamiken von Kriminalität und Charaktereigenschaften vor.

23. Sade, Donatien Alphonse François de und Jacques Lacan: Eines von 100 num-merierten Exemplaren der Luxusausgabe in Ganzleder und mit einer beiliegenden signierten Originalradierung. - Die Philosophie im Boudoir. Deutsch von Rolf und Hedda Soellner. Zeichnungen Sibylle Ruppert. Einführung Guillaume Appollinaire. Nachwort Jaques Lacan. München, Rogner & Bernhard, 1972. 362 Seiten, 2 Blatt. Dunkelroter Originalwildledereinband mit blindgeprägtem Rückentitel und transparentem Folienumschlag in lederbezogenem Originalschuber.

400,00 €

Nr. 11 von nur 80 für den Handel hergestellten Exemplaren der Vorzugsausgabe, weitere 20 Exemplare erschienen h.c. Die signierte Originalradierung auf gefaltetem Bogen separat beiliegend. -  Biographie des Marquis de Sade. - Hat der Marquis de Sade die Erstürmung der Bastille verursacht?  - Die politischen Ideen des Marquis de Sade. - Er ist gegen die Todesstrafe - Die äußere Erscheinung des Marquis de Sade  - Sein Charakterbild.  - Brief Mirabeaus an den Finanzrat Boucher und an M. Le Noir.  - Die angebliche Geisteskrankheit des Marquis de Sade - Sein Testament.  - Die Lyrik des Marquis de Sade.  - Doktor Eugen Dühren, Anatole France und Emile Cheve über den Marquis de Sade.  - Die Bedeutung seiner Werke für die Kulturgeschichte.- De Sade über die Gesellschaft.  - Unveröffentlichtes Fragment einer Erzählung.  - Der Marquis de Sade als Wegbereiter.  - Seine Ansichten über die Frauen.  - Analyse von JUSTINE. - Entdeckung des Original-Manuskripts von JUSTINE.  - Analyse von JULIETTE.  - Der Marquis de Sade und die Medizin. - Analyse von LES 120 JOURNEES DE SODOME.  - LES JOURNEES DE FLORBELLE. - LE PORTEFEUILLE D'HUN HOMME DE LETTRES.  -  Unveröffentlichte Notizen zu den Ansichten des Marquis de Sade über Strafrecht und Theater.  - Sein Theater-Brief an M. Girard.  – Unveröffentlichte Notiz zu LA RUSE D'AMOUR.  - Unveröffentlichte Briefe des Marquis de Sade an die Comédie Francaise.  -  OXTIERN  - Das Theätre Moliere.  - Auszug aus einem Artikel im MONITEUR über die zweite Vorstellung von OXTIERN. - Brief des Marquis de Sade über die Aufführung eines seiner Stücke in Versailles und Chartres.  - Brief des Marquis de Sade über JEANNE LAISNE OU LE SIEGE DE BEAUVAIS.  - Der Marquis de Sade als Schauspieler … Der Text von Jacques Lacan "Kant mit Sade" erschienen in der Revue «Critique» (Nr. 191, April 1963) als Bericht über die Edition der Werke Sades, für die sie auch bestimmt war: Deutsche Übersetzung von  Wolfgang Fietkau. Diese Übersetzung wurde an anderer Stelle durch die Berliner Psychoanalytikerin Mai Wegener revidiert. - Nahezu neuwertig erhalten.

24. Schliemann, Heinrich: Erste Ausgabe. Trojanische Alterthümer. Bericht über die Ausgrabungen in Troja. Leipzig, In Commission bei F. A. Brockhaus, 1874. LVII, 319 Seiten mit einigen Abbildungen, 2 Blatt. Halblederband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und marmorierten Deckeln.

1450,00 €

Erste Ausgabe des im Selbstverlag des Autors in eintausend Exemplaren erschienenen Hauptwerks zu den Grabungen in Hisarlik, gleichzeitig und separat vertrieben erschien ein zugehöriger Tafelband in etwa 500 Exemplaren.
Die Universität Heidelberg kommentiert u.a.: "Die 1874 bei F. A. Brockhaus in Leipzig erschienenen Publikationen berichten von den ersten drei Grabungsjahren in Hisarlik (1871-1873). Der Wert des Werkes liegt u.a. darin, daß hier Schliemann am Anfang seiner wissenschaftlichen Betätigung greifbar wird, also zu einem Zeitpunkt, an dem er nicht von Persönlichkeiten wie Rudolf Virchow oder Wilhelm Dörpfeld unterstützt und beeinflußt wurde....Der "Bericht über die Ausgrabungen in Troja" ist ein authentisches Dokument.
Der Text besteht aus 23 periodischen Niederschriften, die Schliemann selbst "Aufsätze" nennt. Bei diesen "Aufsätzen" handelt es sich um ein- oder zweiwöchige, gelegentlich zeitlich darüber hinausgehende Tätigkeitsberichte, deren Grundlage sicherlich die von Schliemann täglich geführten und heute in der Athener Gennadius-Bibliothek aufbewahrten Grabungstagebücher sind. Eine umfangreiche Einleitung, geschrieben Ende 1873, faßt die Ergebnisse der drei Grabungsjahre zusammen. Der erste Grabungszyklus wurde gekrönt durch das Auffinden des "Schatzes des Priamos". Schliemann sah sich am Ziel seiner Arbeit und wollte die Grabungen in Troja so schnell wie möglich einstellen und die Ergebnisse rasch veröffentlichen. Diese Eile ist an vielen Stellen zu bemerken.“
Die Stellung Schliemanns für das Denken Sigm. Freuds wurde an zahlreichen Stellen herausgearbeitet, die Erfüllung des Kinderwunsches, der erfolgreichen Schatzsuche erschien Freud als Grundlage für ein glückliches Leben.
Seitenschnitte rot eingefärbt, die Farbe am Anfang und am Ende gering in die Druckseiten einwirkend. Durchgehend sehr wenige, radierbare Bleistiftanstreichungen.

25. Schliemann, Heinrich: Erste deutsche Ausgabe.Ilios. Stadt und Land der Trojaner. Forschungen und Entdeckungen in der Troas und besonders auf der Baustelle von Troja. Mit einer Selbstbiographie des Verfasser, einer Vorrede v. Rudolf Virchow und Bei-trägen von P.  Ascherson, H. Brugsch-Bey, E. Burnouf, Frank Calvert, A. J. Duffield, J.P. Mahaffy, Max Müller,  A. Postolaccas, A.H. Sayche und R. Virchow. Leipzig, F. A. Brock-haus, 1881. Mit circa 1800 Abbildungen, Karten und Plänen in Holzschnitt und Litho-graphie. 570 Figuren, 200 Abbildungen auf lithographierten Tafeln, 6 gefaltete Pläne, 1 gefaltete Karte, sowie zahlr. Tabellen. XXIV, 880 Seiten. Originalhalbleinen mit illustriertem Vorderdeckel.

750,00 €

Erste deutsche Ausgabe, ein Jahr nach der englischen Erstausgabe.
Die Pläne im Anhang: 1 zweifarbiger doppelseitengroßer "Plan von Troja" von Emile Burnouf Juni 1879.  - 1 doppelseitengroßer "Plan des Hellenischen Ilion".  -  Leporelloplan über fünf Seiten "Großer Zentralgraben, von Nord nach Süd". - 1 Leporelloplan über vier Seiten "Großer Zentralgraben Südost nach Nordwest" und "Aufriß der Südseite des Grabens von Z bis Z".
1 doppelseitengroßer "Plan der unterirdischen Bauten im Tumulus Ujek Tepeh" von M. Gorkiewicz, Ingenieur 1879. - 1 doppelseitengroßer Plan "Der Tumulus genannt Ujek Tepeh" Durch-schnitt in A – B, sowie 1 mehrfach gefaltete "Karte der Troas" nach Aufnahme von Graves und Spratt (1840) von Emile Burnouf, 1879.
Sigm. Freud kaufte sich das Buch 1899 als Selbstbelohnung, er schrieb an Wilhelm Fliess am 28.5. "Ich habe mir Schliemann's Ilios geschenkt und mich an seiner Kindheitsgeschichte erfreut. Der Mann war glücklich als er den Schatz des Priamos fand, denn Glück giebt es nur als Erfüllung eines Kinderwunsches."
Christfried Tögel hat es so kommentiert: "Diese Selbstbiographie nahm etwa ein Zehntel von Schliemanns Texten zu "Forschungen und Entdeckungen in der Troas und besonders auf der Baustelle von Troja" ein. Schliemann hatte gegen den Widerstand von Brockhaus und Virchow die Selbstbiographie mit aufgenommen, um zu zeigen, wie er seinen Kindheitstraum wahrgemacht hatte.
Für Freud war das Phänomen "Schliemann" in doppelter Hinsicht paradigmatisch: Einmal, weil es für ihn ein schönes Beispiel dafür war, dass echtes Glück nur als "Erfüllung eines Kinderwunsches" erlebt werden kann, und zum anderen, weil Schliemann etwas aufdeckte und untersuchte, das bereits angedeutet war. Im Zusammenhang mit der erfolgreichen Behandlung eines Patienten schreibt Freud: "Tief unter allen Phantasien verschüttet fanden wir eine Szene aus seiner Urzeit ... auf, die allen Anforderungen entspricht und in die alle übriggelassenen Rätsel einmünden .. Es ist, als hätte Schliemann wieder einmal das für sagenhaft gehaltene Troja aufgegraben." (Freud 1986, S. 430). - Einband etwas bestoßen, die Deckel berieben und leicht fleckig, vorderes Innengelenk verstärkt. Namenseintrag von alter Hand, das erste Blatt der Vorrede mit einem Ausriss mit Textverlust, Seiten- und Fußschnitt unbeschnitten.

26. Orgler, Hertha: Mit Beilagen. Alfred Adler. The man and his work. Triumph over the Inferiority Complex. With forewords by Neil R. Beattie, O. H. Woodcock and Kenneth Cameron. Third edition (revised and enlarged). London, Sidgwick and Jackson, 1963. XIX, 1 Blatt, 266 Seiten und eine Tafel.Fadengehefteter Originalpappband mit gering lädiertem Originalschutzumschlag.

200,00 €

Beiliegend ein handschriftlich signierter maschinenschriftlicher Brief und Durchschläge von drei maschinenschriftlich vervielfältigten Pressestimmen zum vorliegenden Buch an den damaligen Presse- und Kulturattaché der Österreichischen Botschaft in London Dr. Ingo W. Mussi.
Orgler erhofft sich Förderung für eine deutschsprachige Ausgabe der dritten Auflage und hebt deren besondere Relevanz hervor, zitiert zustimmende Fachkommentare und schreibt auch sehr persönlich über ihren eigenen Weg zum Buch als Tochter und Enkeltochter von Verlegern und Buchhändlern. Zeitlebens gehörte sie zum engsten Kreis um Alfred Adler. Hertha Orgler (1890–1979) emigrierte 1939 nach London und war verheiratet mit dem Kinderarzt Prof. Arnold Orgler.

27. Derrida, Jacques: Widmungsexemplar. Die Postkarte. Von Sokrates bis an Freud und Jenseits. Autorisierte Übersetzung von Hans-Joachim Metzger. 1. und 2. Lieferung (alles). Lfg.1. Envois.  - Lieferung 2.  Von Sokrates bis an Freud und Jenseits. Berlin, Brinkmann und Bose, 1989/1987. 335 Seiten, 2 Blatt, 349 Seiten. Fadengeheftete Originalbroschuren mit Vorderdeckel- und Rückentitel und aufgesetzten Vorderdeckel-schildchen.

500,00 €

Band 1 und zweiter, Band 2 in erster deutscher Ausgabe. - Im ersten Band von Derrida handschriftlich der Name des Widmungsempfängers hinzugefügt, am Ende des ausdrücklich nicht als Vorwort verstandenen Einleitungstextes wurde von Derrida das gedruckte Datum durchgestrichen und handschriftlich mit dem aktuellen Datum und der eigenhändigen Unterschrift ergänzt.  - "Ihr könntet diese Sendungen lesen als das Vorwort eines Buches, das ich nicht geschrieben habe. Es hätte gehandelt von dem, was geht von den Posten, den Posten in allen Genres, bis zur Psychoanalyse. Weniger, um eine Psychoanalyse des postalischen Effekts zu versuchen, als um zurückzusenden von einem einzigartigen Ereignis, der freudschen Psychoanalyse, zu einer Geschichte und einer Technologie des Kuriers, zu einer gewissen allgemeinen Theorie der Sendung und all dessen, was durch eine gewisse Telekommunikation beansprucht, sich zu schicken. Die drei letzten Teile des vorliegenden Werks, “Spekulieren - Überlauf "Freud", “Der Facteur der Wahrheit“, “Du tout“, differieren untereinander durch die Länge, den Umstand oder den Vorwand, die Manier und die Daten. Doch sie bewahren das Gedächtnis dieses Vorhabens, manchmal sogar stellen sie es zur Schau."  - Tadellose Exemplare.

28. Székely-Kovács, Olga und Robert Berény: Originalwildledereinband. Karikaturen vom achten Internationalen Psychoanalytischen Kongress, Salzburg, Ostern 1924. Privatdruck. Leipzig, Wien, Zürich, Internationaler Psychoanalytischer Verlag,1924. Mit 88 Abbildungen und 44 ungezählten Seiten. Originalwildledereinband.

2200,00 €

Grinstein 32889a. - Der Band erschien in zwei Normalausgaben als Pappband und in Originalleinen, die hier vorliegende Vorzugsbindung in hellbeigem Originalwildleder ist von außerordentlicher Seltenheit. Wir konnten in den zurückliegenden Jahrzehnten lediglich ein weiteres, sehr schlecht erhaltenes Exemplar nachweisen.
Einzige Ausgabe dieses nicht für den Buchhandel bestimmten Privatdruckes. Die Künstlerin war die Tochter von Vilma Kovács und Schwägerin des Analytikers Michael Balint. Robert Berény wurde von Paul Harmat (Freud, Ferenczi und die ungarische Psychoanalyse) nachgesagt, dass er der einzige bildende Künstler Ungarns gewesen sei, auf den die Psychoanalyse einen Einfluss gehabt habe.

29. Storfer, Adolf Josef (Hg.):Vorzugsausgabe. Almanach für das Jahr 1926 (und 1927) Wien, Internationaler Psychoanalytischer Verlag. Mit 3 Porträt-Tafeln, 1 Anzeigentafel und einigen Abbildungen mit Karikaturen. 208, LXXIX, 264, XXXI S. Originallederband mit gering lädiertem Originalschutzumschlag, goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel, sowie dem goldgeprägten Widmungstext auf dem Vorderdeckel, fragmentarischer Originalpappschuber (signiert: Ehn & Günther, Wien).

250,00 €

Limitierte Vorzugsausgabe des Sammelbandes in Ganzleder mit dem Widmungstext auf dem Deckel: "Den Teilnehmern an der Herbsttagung der Orts- und Kreisvereine im Deutschen Buchhandel in Baden bei Wien im September 1927 überreicht vom Internationalen Psychoanalytischen Verlag in Wien".
Die ersten beiden Jahrgänge des Almanachs mit Beiträgen, zum Teil im Erstdruck, von Sigmund Freud, Thomas Mann, Hermann Hesse, Alfred Polgar, Sandor Ferenczi, Stefan Zweig, Alfred Döblin, Gustav Wyneken. - Die beiden Teilbände werden durch ein mit eingebundenes Werbeblatt des Verlag getrennt, er bietet dem Buchhandel "30 % und Partie 3/2". - Exemplare mit dem Umschlag und/oder dem Pappschuber sind recht selten.

30. Bernheim, Hippolyte: Die Suggestion und ihre Heilwirkung. Autorisierte deutsche Ausgabe von Sigm. Freud. Mit Abbildungen im Text. Erste (und zweite) Hälfte. Leipzig und Wien, Franz Deuticke, 1888. 16 Seiten Verlagsverzeichnis. 2 Bde. Titel, III-XVIII, 144 Seiten, 1 Blatt, XIV-XXVI, 145-414 Seiten. In der überaus seltenen illustrierten Originalbroschur mit ausführlichem Titelaufdruck auf den Vorderdeckeln.

900,00 €

Erste deutsche Ausgabe von Bernheims epochalem Werk und Erstausgabe der Übersetzung, der Vorrede des Übersetzers und der Nachbemerkung von Sigmund Freud in einem weitestgehenden Originalzustand. So sehr selten.
Meyer-Palmedo/Fichtner 1888a-1889a und 1889d für das Nachwort. Aus dem Vorbesitz des ersten deutschen Arztes für Psychotherapie Fritz Mohr. Die Krankengeschichten des zweiten Teils des Werkes wurden von O. von Springer übersetzt. Ernest Jones schreibt, sich auf Freuds Selbstdarstellung stützend, in seiner Biografie über die Bedeutung von Freuds Studienaufenthalt in Nancy und dass die von ihm beobachteten Hypnoseexperimente ihm eine Vorstellung davon vermittelten, dass es eine wirkungsvolle, aber dem Bewusstsein verborgen bleibende Kraft im Menschen geben müsse, das “Unbewußte“. Die broschierten Deckel neu aufgezogen, nur von Band 2 Teile der Rückenbeschriftung erhalten.
An den Rändern zeitbedingt und wie üblich leicht nachgedunkelt. Innen ohne Anstreichungen o.ä.

31. Charcot, Jean Martin: Poliklinische Vorträge. Leipzig und Wien, Franz Deuticke,1887. 2 Bde. I. Band übersetzt von Sigm. Freud, Schuljahr 1887-1888. Mit 99 Holzschnitten. XII, 480 Seiten. II. Band übersetzt von Max Kahane 1888-1889. VIII, 483 Seiten. Mit 123 Holzschnitten. Goldgeprägte Halbledereinbände der Zeit mit leicht unterschiedlichem Dekor.

950,00 €

Erste  deutsche  Ausgabe, vollständig in zwei Bänden. - Band I mit  einem "Vorwort des Übersetzers" und zusätzlichen Fußnoten von Sigm. Freud im Erstdruck.
Meyer-Palmedo/Fichtner 1892-94a. Freuds Hingabe bei der Übersetzung führte zu der kuriosen Situation, dass die deutschsprachige Ausgabe vor der französischen Originalausgabe erschien. Sein Aufenthalt 1885/86 an der Klinik “La Salpêtrière“ in Paris bei Jean-Martin Charcot gilt als Meilenstein in der Entstehung der Psychoanalyse. In dieser Übersetzung fügte Freud eine große Anzahl eigener Anmerkungen ein, die Charcots Standpunkt zum Teil unverblümt kritisieren. Freud tat dies, ohne vorher die Zustimmung Charcots einzuholen, dessen Reaktionen konnte in dem 1988 erstmal veröffentlichten Briefwechsel nachverfolgt werden. - Anfangs geringe Anstreichungen mit Bleistift, Stehkanten berieben und Einbände etwas begriffen. Gutes Exemplar der bedeutenden Ausgabe.

32. Adler, Alfred: Widmungsexemplar. Sonderdruck. - Die Individualpsychologie, ihre Voraussetzungen und Ergebnisse. "Scientia" Band XVI, Jahr 8 (1914), N. XXXVI-4, 1914. 4 Bl. Verlagsanzeige, Seite 75-87, 4 Bl. Verlagsanzeige. Gehefteter Originalpapierumschlag.

700,00 €

Sehr schön erhaltenes Exemplar des sehr seltenen Sonderdruckes. Auf dem Vorderumschlag oben rechts die handschriftliche Widmung "In  Freundschaft Adler". Nach der Gründung des "Vereins  für freie  psychoanalytische Forschung" erfolgte ab 1914 die Herausgabe der eigenen  "Zeitschrift für Individualpsychologie", die Adler mit einer regen publizistischen Tätigkeit begleitete.

33. Meng, Heinrich, Schneider, Ernst, Federn, Paul, Freud: 73 Hefte - Zeitschrift für psycho-analytische Pädagogik. 1. Jahrgang Heft 1 bis 11. Jahrgang Heft 3/4 (alles Erschienene). Stuttgart, Hippokrates-Verlag und Wien, Verlag der Zeitschrift für Psychoanalytische Pädagogik, Oktober 1926 bis Herbst 1937. Originalbroschuren.

2500,00 €

Mit 73 Heften vollständiges Exemplar im Originalzustand der wichtigsten Zeitschrift zur Anwendung der Psychoanalyse auf die Pädagogik. - Mit den Themenheften: 1928 Sonderheft 2/3 Nacktheit und Erziehung, 1928 Sonderheft 4/5/6 Onanie, 1928 Sonderheft 11/12 Stottern, 1929 Sonderheft 11/12/13 Selbstmord, 1930 Sonderheft 11/12 Intellektuelle Hemmungen, 1931 Sonderheft 5/6 Menstruation, 1931 Sonderheft 8/9 Strafen, 1932 Sonderheft 5/6 Spielen und Spiele, 1934 Sonderheft 5/6/7/8 zum XIII. Internationalen Psychoanalytischen Kongress in Luzern, 1935 Sonderheft 3 Über Hochstapler und Verwahrloste und 1935 Sonderheft 5/6 Psychoanalyse und Pubertät. - Gelegentlich kleine Gebrauchsspuren, durchgehend sauber erhalten, keine Einträge oder Anstreichungen.

34. Freud, Sigmund: Maschinenschriftlicher Brief an J. W. Schotman vom 25. IX. (19)25 auf seinem bedruckten Briefpapier mit eigenhändiger Unterschrift "Freud". 23 x 14,8 cm. 1 Blatt.

3300,00 €

Prof. Dr. Freud  Wien IX, Berggasse 19
“25. IX. 25. Geehrter Herr Doktor! Meine Absicht war nicht, Sie von der wissenschaftlichen Arbeit abzuschrecken, sondern Sie davor zu bewahren, zu viel Mühe und Interesse an eine spekulative Leistung zu wenden, die Ihnen doch nur Enttäuschung bringen würde. Denn die Teilnahme, welche solche theoretische Arbeiten erwecken, ist erfahrungsgemäß eine recht geringe. Ich möchte Ihnen gerne ein Thema vorschlagen, aber es ist nicht der richtige Weg, sich ein solches Arbeitsthema von außen aufdrängen zu lassen. Achten Sie doch lieber darauf, ob Sie nicht bei Ihrer Lektüre eine speziellere, enge umgrenzte Frage finden, welche Ihr Interesse erweckt und die Sie aus eigener Wahl zum Gegenstand einer Dissertation machen können. Mit den besten Wünschen Ihr Freud“.
Ein in Bezug auf Freuds Wissenschafts- und Arbeitsverständnis inhaltsreicher Antwortbrief an den Niederländer J. W. Schotman. Er fragte damit wohl bei Freud nach dem Thema für eine weitere Promotion an.
Er praktizierte von 1919 -1921 als Arzt, war während der Korrespondenzzeit mit Freud im Rahmen einer hydrographischen Expedition in Lunghai (China). Nach seiner Rückkehr war er bis 1942 als Psychiater tätig, übersetzte zahlreiche Bücher und war sowohl Präsident der Niederländischen Übersetzer-Gesellschaft als auch Mitglied des P.E.N.-Clubs.
Bei Meyer-Palmedo/Fichtner 1985 h ist ein früherer Brief Freuds vom 7.7.1925 dokumentiert der im Teilabdruck lautet: "Unvermeidlich wendet sich die Sympathie dem jungen Manne zu, der in solcher Abgeschiedenheit an wissenschaftlichen Interessen festhält, arbeitet und spekuliert. Nun kommt für mich die Schwierigkeit. Ich bin ein natürlicher Feind aller zusammenfassenden Spekulationen, Weltanschauungen, Systembildungen ... Ich habe gelegentlich selbst einige Ausschreitungen gewagt und die Beobachtung zum Sprungbrett genommen, um mich in weitgehende Spekulationen zu stürzen. Aber ich muss sagen, es geschah nicht mit gutem Gewissen ... Meine Entschuldigung ist, dass ich vorher ein Menschenalter lange beobachtet, studiert und meine eigenen phantastischen Neigungen eingeschränkt [!] habe. So meine ich also, die weitumfassende Spekulation sollte man sich fürs Alter  vorbehalten ... Nach meinen Erfahrungen hat die Wissenschaft nicht viel von solchen Versuchen ...". - Freud selbst benutzte die Schreibmaschine nicht, er diktierte die Briefe meist seiner Tochter Anna. - Am rechten Rand gelocht, das Papier etwas vergilbt.

35. Freud, Sigmund: Widmungsexemplar. - Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie. Leipzig und Wien, Franz Deuticke, 1905. 83 Seiten Privater Pappband mit Rückentitelschild, die Originalbroschur mit eingebunden.

15000,00 €

Erstausgabe der Epochenschrift. Vorderdeckel mit handschriftlicher Widmung "Herrn Hofrath Nothnagel in alter Verehrung der Verf“.

36. Freud, Sigmund: Zur Psychologie des Gymnasiasten. Erstdruck in: Festschrift 1864 - 1914 K.K. Erzherzog Rainer-Real-Gymnasiums in Wien, früher: Leopoldstädter Kommunal-Real-u. Obergymnasium. Aus Anlass seines fünfzig Jahre andauernden Bestehens heraus-gegeben vom Redaktionskomitee. Wien, Verlag der Anstalt - Buchdruckerei Carl Fromme.

450,00 €

Erstdruck, Seite 23 bis 27. Freud war Absolvent des Jahrgangs 1873, im Inhaltsverzeichnis wird er als Professor für Nervenpathologie benannt. - Ehemaliges Bibliotheksexemplar mit kleinen Inventa-sierungsmerkmalen, Stempeln und Rückenkleber. Sehr geringe Alterungsspuren. Umschlag und erste Lagen etwas angeknickt, noch gutes Exemplar.

37. Zweig, Stefan: Widmungsexemplar. - Worte am Sarge Sigmund Freuds. Gesprochen am 26. September 1939 im Krematorium London. Amsterdam, Allert de Lange, 1939. 6 nicht nummerierte Seiten. Originalbroschur mit dem aufmontiertem Deckelschild.

3800,00 €

Erstausgabe. -  Klawitter 540.  Eins von nur 100 Exemplaren, nicht für den Handel bestimmt. -Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung "Emil Ludwig / herzlichst / Stefan Zweig" und von anderer Hand “IX 1.2“. Umschlag etwas randgebräunt und mit kleinen Knickspuren, Text etwas fleckig.

38. Freud, Sigmund: Erstausgabe. - Die Traumdeutung. Wien, Deuticke, 1900. Titel, 1 Blatt, 371 Seiten, 2 Blatt Inhalts- und Literaturverzeichnis. Ganzpergamenteinband mit goldgeprägtem Rückentitel, Vorder- und Rückendeckel der Originalbroschur eingebunden.

25000,00 €

Erschienen am 4. November 1899 in einer Auflage von 600 Exemplaren sowie zwei vorab an den Verfasser gegebenen Autorenexemplaren.
Garrison/Morton 4980. - Grinstein 277. - Printing and the Mind of Men 389. - Grolier/Medicine 87. Titelblatt mit fachgerecht ersetztem Ausriss in der rechten oberen Ecke und die Seitenränder der beiden Deckel der Originalbroschur an den Rändern mit Japanpapier verstärkt, ansonsten sauber erhalten.

39. Freud, Sigmund: Handschriftliche Überweisung auf einem Blatt seines Rezeptblocks mit dem Aufdruck "Dr. Sigmund Freud / Universitäts-Professor für Nervenkrankheiten/ IX/ 1, Berggasse Nr.19. Ord. 3-5. Telephon 14362“. 15 x 8 cm, um 1910.

4800,00 €

Originalrezept in lesbarer Handschrift mit Bleistift geschriebene Überweisung eines Patienten an Dr. Paul Federn / 1, Riemergasse 1.- Die Familie Federn wohnte 25 Jahre in dieser Wohnung, in der Paul Federn auch Patienten zur psychoanalytischen Behandlung empfing. - Kleine Faltspuren.

40. Jones, Ernest: Maschinenschriftlicher Brief in englischer Sprache an den Schweizer Psychoanalytiker Emil Oberholzer mit eigenhändiger Unterschrift auf historisch inhaltsreichstem Originalbriefpapier der IPV, datiert 2. März 1938 die Vorbereitungen des letzten Kongresses der IPV vor Ausbruch des 2. Weltkrieges betreffend. 29,5 x 22,3 cm. 1 Blatt, 1938.

600,00 €

Der Briefbogen vermerkt in typographisch exponierter Art und dreisprachig sieben Funktionsträger der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung und verdeutlich so in den Zeiten größter politischer Bedrängnis sein institutionelles Selbstverständnis. Neben Jones als Präsident folgen Brill , Eitingon, Anna Freud und van Ophuijsen als Vize, Glover als Zentral-Sekretär und Sarasin als Zentralkassenwart.
Jones schreibt in Vorbereitung des 15. Kongress der IPV in Paris und mahnt Oberholzer auf eine bereits in zwei früheren Briefen im Februar gestellte Anfrage zu antworten.
Um aktuellem Verfolgungsdruck zu entkommen emigrierte Oberholzer, mit seiner jüdischen Frau Mira und dem gemeinsamen Sohn, Ende März in die USA, wo er bis zu seinem Tod 1958 lebte.
Es sollte 11 Jahre dauern bis sich die Internationale Psychoanalytische Vereinigung erneut treffen konnte. Inhaltlich war der Pariser Kongress von höchster Prägnanz, dramatische Veränderungen zeichneten sich ab. - Faltspuren, am oberen Rand kleinste Einrisse.

41. Bernfeld, Siegfried: Mit dem Schutzumschlag. - Sisyphos oder Die Grenzen der Erziehung. Von Dr. Siegfried Bernfeld. 2. Auflage Leipzig, Wien, Zürich, Internationaler Psychoanalytischer Verlag, 1928. 19,5 cm. 164 Seiten. Originalleinen mit einem typografisch gestaltetem Schutzumschlag.

250,00 €

Selten mit dem Umschlag.-  Er zitiert zustimmende Pressestimmen zur ersten Auflage, u.a. von Gustav Wyneken aus dem "Berliner Tageblatt". - Inhalt: Von der Pädagogik - Voraussetzung und Funktion der Erziehung - Mittel, Wege, Möglichkeiten der Erziehung.
Siegfried Bernfeld (geboren als Selig Bernfeld am 7. Mai 1892 in Lemberg, Österreich-Ungarn, gestorben am 2. April 1953 in San Francisco) war ein österreichischer Pädagoge. Er war ein von der Jugendbewegung beeinflusster Reformpädagoge, Psychoanalytiker und Mitbegründer der modernen Jugendforschung.
Zusammen mit Walter Benjamin, Georg Gretor (Pseudonym Georges Barbizon), Otto Gründler, Erich Krems, den Brüdern Hans und Peter Kollwitz sowie Gustav Wyneken arbeitete er an der legendären und politisch verfolgten Jugendzeitschrift "Der Anfang" mit. Diese wurde in Bayern an allen Schulen verboten.
Er engagierte sich in der liberalen jüdischen Wiener Jugendbewegung und war in sozialistischen Organisationen aktiv, stark beeinflusst von den reformpädagogischen Ideen Wynekens. Nach dem Abschluss seines Studiums wurde er nach erfolgreicher Verteidigung seiner Arbeit “Über den Begriff der Jugend“ promoviert. 1917-1921 war er leitend im Zionistischen Zentralrat für West-Österreich tätig. 1919 leitete er ein pädagogisches Projekt, das sich um jüdische Jugendliche kümmerte, die durch den Ersten Weltkrieg entwurzelt waren. 1921 war Bernfeld in Heidelberg für einige Monate Mitarbeiter von Martin Bubers Zeitschrift "Der Jude".
Nach seiner Rückkehr nach Wien schloss er sich enger der psychoanalytischen Bewegung von Sigmund Freud an. Ab 1922 entwickelte er für das Lehrinstitut der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung Kurse, in denen Erziehungsfragen psychoanalytisch untersucht wurden. (wiki) - Sehr sauber erhalten. Namenseintrag.

42. Freud, Sigmund: Psychopathologie des Alltagslebens. (Über Vergessen, Versprechen, Vergreifen, Aberglaube und Irrtum). Zweite, vermehrte Auflage. Berlin, Verlag von S. Karger, 1907. 24 x 14,5 cm. 132 Seiten. Originalleinen mit schwarzer Vorderdeckel- und Rückenbeschriftung.

225,00 €

Schönes Exemplar in der Originalbindung. - Das bekannte Schaubild erneut deutlich verändert. Freud: "Im Jahrgange 1898 der “Monatsschrift für Psychiatrie und Neurologie“ habe ich unter dem Titel "Zum psychischen Mechanismus der Vergeßlichkeit" einen kleinen Aufsatz veröffentlicht, dessen Inhalt ich hier wiederholen und zum Ausgang für weitere Erörterungen nehmen werde. Ich habe dort den häufigen Fall des zeitweiligen Vergessens von Eigennamen an einem prägnanten Beispiel aus meiner Selbstbeobachtung der psychologischen Analyse unterzogen und bin zu dem Ergebnis gelangt, daß dieser gewöhnliche und praktisch nicht sehr bedeutsame Einzelvorfall von Versagen einer psychischen Funktion - des Erinnerns - eine Aufklärung zuläßt, welche weit über die gebräuchliche Verwertung des Phänomens hinausführt….  Für mich wurde zum Anlaß einer eingehenden Beschäftigung mit dem Phänomen des zeitweiligen Namensvergessens die Beobachtung gewisser Einzelheiten, die sich zwar nicht in allen Fällen, aber in einzelnen deutlich genug erkennen lassen. In solchen Fällen wird nämlich nicht nur vergessen, sondern auch falsch erinnert. Dem sich um den entfallenden Namen Bemühenden kommen andere - Ersatznamen - zum Bewußtsein, die zwar sofort als unrichtig erkannt werden, sich aber doch mit großer Zähigkeit immer wieder aufdrängen.“
Inhalt: I. Vergessen von Eigennamen. - II. Vergessen von fremdsprachigen Worten. - III. Vergessen von Namen und Wortfolgen. - IV. Über Kindheits- und Deckerinnerungen. - V. Das Versprechen. - VI. Verlesen und Verschreiben. - VII. Vergessen von Eindrücken und Vorsätzen. - VIII. Das Vergreifen. - IX. Symptom- und Zufallshandlungen. - X. Irrtümer. - XI. Kombinierte Fehlleistungen. - XII. Determinismus. - Zufalls- und Aberglauben. - Gesichtspunkte. - Der Einband mit geringen Gebrauchsspuren. Eine Anstreichung, ein kleiner Ausriss, zu Beginn und am Schluss gebräunt. Titelblatt mit Namenseintrag.

43. Almanach der Psychoanalyse 1936: Exemplar Karin Michaelis. - Wien, Internationaler Psychoanalytischer Verlag, 1936. 17 x 12,5 cm. 244 S. Originalleinen.

400,00 €

Innendeckel mit Exlibris und Vorsatzblatt mit eigenhändigem Namenseintrag von Karin Michaelis, datiert November 1935 . Von ihr findet sich im vorliegenden Band die Arbeit KARIN MICHAELIS (KOPENHAGEN) - Edgar Poe - im Lichte der Psychoanalyse.- Mit 2 Erstdrucken von Sigm. Freud "Die Feinheit einer Fehlhandlung“ und "Thomas Mann zum 60. Geburtstag“ sowie der ersten deutschen Ausgabe von "Nachschrift 1935. Nachtrag zur Selbstdarstellung.“
Inhalt: Kalendarium. - SIGM. FREUD - Nachschrift 1935. Nachtrag zur Selbstdarstellung. - SIGM. FREUD - Die Feinheit einer Fehlhandlung. - SIGM. FREUD - Thomas Mann zum 60. Geburtstag. - EDOARDO WEISS (ROM) - Aus einer Einführung in die Psychoanalyse. - THEODOR REIK (HAAG) - Über wechselseitige Erhellung und wiederholte Spiegelung. - SAXDOR RADO (NEW YORK) - Eine ängstliche Mutter. - HAROLD D. LASSWELL (CHICAGO) Das Prinzip des dreifachen Appells. Ein psychoanalytischer Beitrag zur Sozialwissenschaft. - IVES HEXDRICK (BOSTON) - Die Stärke und Tragfähigkeit des Ichs. - HEINZ HARTMANN WIEN - Psychoanalyse und Weltanschauung. - GREGORY ZILBORG NEW YORK) - Zum Selbstmordproblem. - KARL MENNINGER [TOPEKA, KANSAS) Provozierte Unfälle als Ausdruck von Selbstvernichtungstendenzen - RAFFAELE CANTARELLA (NEAPEL) Psychoanalytische Elemente in der griechischen Tragodie.1 - RICHARD STERBA (WIEN) - Über zwei Verse von Schiller. - FRANZ ALEXANDER (CHICAGO) - Diesseits und jenseits der Gefängnismauern. - F. LOWTZKY (PARIS) - Die Wiederholung bei Kierkegaard. - EDMUND BERGLER (WIEN) - Das Rätsel der Bewußtheit des Ödipuskomplexes. -- HEINRICH MENG (BASEL) - Zwang? und Strafe als Problem der seelischen Hygiene. - JENNY WÄLDER (WIEN) - Aus der Analyse eines Falles von nächtlichem Aufschrecken. - HANS ZULLIGER (ITTIGEN) – Milieu-wechsel als heilerzieherisches Mittel. - FRIEDRICH ECKSTEIN (WIEN) - Ältere Theorien des Unbewußten.
Beilagen: Urkunde der Royal Society of Medicine, London, anlässlich der Ernennung Prof. Sigmund Freuds zum Ehrenmitglied. - Dr. Edward Glover. - Dr. Karl Landauer. – Freuds "Vorlesungen" in zwölf Sprachen (aus der Buchausstellung des Internationalen Psychoanalytischen Verlages gelegentlich der Vierländertagung in Wien, Pfingsten 1935).
Über einen Vortrag von Tatjana Rosenthal (1884 - 1921) über den 1910 erschienenen Roman "Das gefährliche Alter"  wurde Michaelis für die Psychoanalyse relevant. Das Buch wird als frühester Versuch einer psychosexuellliterarischen Darstellung der Menopause gesehen. - Sauber und frisch erhalten, kleinste Alterungsspuren. Weiterer Namenszug.

44. Halberstadt, Max: Original Photodruck. Aus dem Vorbesitz von W. Ernest Freud - Prof. Dr. Sigmund Freud. Photo und Verlag: Max Halberstadt Hamburg. Druck von Broschek und Co., Hamburg o.J. (um 1920). 22 x 16 cm (insgesamt 37 x 30 cm). 1 Blatt unter Passepartout in Museumsqualität.

500,00 €

Auch ein vom Halberstadt-Experten Wilfried Weinke nicht näher bestimmbarer Originaldruck. -
Max Halberstadt war der Schwiegersohn von Sigm. Freud, Ehemann von Freuds Tochter Sophie und Ernest der 1914 erstgeborene Sohn. Dieser nahm 1951 den Geburtsnamen der Mutter an und änderte den Vornamen von Ernst Wolfgang zu Ernest W.
In der Geschichte der Psychoanalyse wurde er erstmal bekannt als der einundeinhalb Jahre alte Enkel, an dessen Spiel des Wegwerfens der Garnspule, des Fort-Da-Spiels als Mittel zur Selbstberuhigung bei einer Trennungserfahrung, Sigmund Freud erste Reflexionen zu Individuation und Separation machte.
Die bewegte Familiengeschichte führte Ernest zusammen mit dem Vater nach England und weiteren Stationen. Erst im hohen Alter kehrte er nach Bergisch-Gladbach zurück und war mit einer Fachkollegin liiert. Aus dem väterlichen Erbe bewahrte er über Jahrzehnte eine kleine Zahl der vorliegenden Arbeit und vererbte diese seiner Lebensgefährtin, von ihr konnten wir das Blatt 2021 erwerben. Eine handschriftliche Bestätigung dazu liegt als Kopie bei. - Sehr sauber erhalten.

45. Sadger, Isidor: Ohne die Vorderdeckelabbildung. - Sigmund Freud. Persönliche Erinnerungen. Wien, Ernst Wengraf, o.J. (1929). 181 Seiten. Originalhalbleinen mit goldgeprägter Vorderdeckel- und Rückenbeschriftung.

1500,00 €

Porträtabbildung fehlt. -  Erstausgabe. - Eine der größten Seltenheiten in der gesamten psychoanalytischen Literatur. - Wie Huppke/Schröter detailliert darlegen, lies Sadger das Buch heimlich in einer deutschsprachigen und in einer englischen Ausgabe drucken und wollte nach dem zu erwartenden, baldigen Tod Freuds der erste Biograf am Markt sein. Sadger verstarb vor Freud.
Das Buch kam nie in den Handel, für den Nachdruck wurde das damals einzig verfügbare Exemplar aus der Bibliothek der japanischen Keio-Universität herangezogen. - Sehr geringe zeit- und lichtbedingte Alterungsspuren, der Text sehr sauber.

46. Sadger, Isidor: Mit der Vorderdeckelabbildung. - Sigmund Freud. Persönliche Erinnerungen. Wien, Ernst Wengraf, o.J. (1929). 181 Seiten. Originalhalbleinen mit goldgeprägter Vorderdeckel- und Rückenbeschriftung und dem montierten Deckelschild (Portrait Sigm. Freud).

2500,00 €

Erstausgabe. - Eine der größten Seltenheiten in der gesamten psychoanalytischen Literatur. - Wie Huppke/Schröter detailliert darlegen, lies Sadger das Buch heimlich in einer deutschsprachigen und in einer englischen Ausgabe drucken und wollte nach dem zu erwartenden, baldigen Tod Freuds der erste Biograf am Markt sein. Sadger verstarb vor Freud.
Das Buch kam nie in den Handel, für den Nachdruck wurde das damals einzig verfügbare Exemplar aus der Bibliothek der japanischen Keio-Universität herangezogen. - Die Abbildung auf dem Vordeckel nach einer Photographie von Max Halberstadt ohne Namensnennung. - Vorderdeckel oben mit kleinem Lichtrand, vom Seitenschnitt her kleinster Anflug von Stockfleckchen.

47. Horkheimer, Max: Widmungsexemplar für Alexander Mitscherlich. - Kritische Theorie. Eine Dokumentation. Hrsg. von Alfred Schmidt.
S. Fischer Verlag, 1968. 2 Bde. XIV, 376 S. und XI, 358 S. Originalleinenbände mit Originalumschlägen in Pappschuber.

650,00 €

Erstausgabe. - Titelblatt des ersten Bandes mit handschriftlicher Widmung und Unterschrift "Für Alexander Mitscherlich in tiefer, aufrichtiger Verehrung November 1968 Max Horkheimer....". -  Seltenes Dokument für den Brückenschlag zwischen kritischer Theorie und der Nachkriegspsychoanalyse für den Alexander Mitscherlich programmatisch steht.
Inhalt des ersten Bandes: Vorwort zur Neupublikation. Bemerkungen über Wissenschaft und Krise. Geschichte und Psychologie. Materialismus und Metaphysik. Zu Henri Bergsons "Les deux sources de la morale et de la religion". Materialismus und Moral. Zum Problem der Voraussage in den Sozialwissenschaften. Zum Rationalismusstreit in der gegenwärtigen Philosophie. Zu Bergsons Metaphysik der Zeit. Bemerkungen zur philosophischen Anthropologie. Zum Problem der Wahrheit. Autorität und Familie. Zu Theodor Haeckers "Der Christ und die Geschichte". Gedanke zur Religion.
Inhalt des zweiten Bandes: Egoismus und Freiheitsbewegung. Der neueste Angriff auf die Metaphysik. Traditionelle und kritische Theorie. Nachtrag. Montaigne und die Funktion der Skepsis. Die Philosophie der absoluten Konzentration. Psychologie und Soziologie im Werk Wilhelm Diltheys. Die gesellschaftliche Funktion der Philosophie. Neue Kunst und Massenkultur. Nachwort des Herausgebers: Zur Idee der kritischen Theorie. - Sehr sauber erhalten, die Umschläge und der Pappschuber gering nachgedunkelt.

48. Rank, Otto: Der Künstler. Ansätze zu einer Sexual-Psychologie. Wien und Leipzig, Hugo Heller, 1907. 56 S. Privater Ganzpergamenteinband mit der eingebundenen Originalbroschur.

450,00 €

Erstausgabe des Erstlingswerks. Von außerordentlicher Seltenheit. - Das gedruckte Motto auf dem Vorderdeckel und dem Titelblatt lautet: "It is possible, he should know what he is, and be that he is? All's well that ends well." - Grinstein 26464. - Rank stellte sich 1906 mit dieser Schrift als 22jähriger der Wiener Gruppe vor und wurde ab Oktober desselben Jahres zum bezahlten Sekretär und Schriftführer der Gesellschaft bestimmt. Außerdem war er Protokollant der Mittwochabende.
In seiner "Geschichte der psychoanalytischen Bewegung" schildert Freud sieben Jahr später den Anfang der Beziehung zu Rank wie folgt: "Eines Tages führte sich ein absolvierter Gewerbeschüler durch ein Manuskript bei uns ein, welches außerordentliches Verständnis verriet. Wir bewogen ihn, die Gymnasialstudien nachzuholen, die Universität zu besuchen und sich den nichtärztlichen Anwendungen der Psychoanalyse zu widmen. Der kleine Verein erwarb so einen eifrigen und verlässlichen Sekretär, ich gewann an Otto Rank den treuesten Helfer und Mitarbeiter."
Das Manuskript für diese Arbeit hatte Rank bei seinem ersten, durch Alfred Adler vermittelten Besuch bei Freud 1905 dabei. - Sehr sauber erhalten, Vorder- und Rückendeckel der Originalbroschur mit eingebunden.

49. Freud, Sigmund: Zwangshandlungen und Religionsübung. Erstdruck in: Zeitschrift für Religionspsychologie. Grenzfragen der Theologie und Medizin. Herausgegeben von Ober-arzt Joh. Bresler und Gustav Vorbrodt. Halle, Marhold, 1908. Jahrgang 1 Erstes Heft. Seite 4 - 12. Vollständiger Jahrgang. VIII, 520 Seiten und beigebunden Jahrgang Band 2. Heft 1 mit 48 Seiten. Halbledereinband mit Rückentitel und Lederecken.

500,00 €

Meyer-Palmedo/Fichtner 1907b. - Dekorativ gebundener erster Jahrgang mit dieser programmatischen Auftaktarbeit in der Freud die Religion als universelle Zwangsneurose herausstellt, einer Position die er zwanzig Jahre später in "Die Zukunft einer Illusion" erneut aufgreifen wird.

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